Print & Web: „Besserwisser“ mit scharfem Auge und Rotstift

Nachdem uns Boris, Isi und Steffi über die Produktion des Events-Magazins Rede und Antwort standen, berichten Alena und Kerstin vom Suchen, Finden und Beseitigen von Schreibfehlern.


Das Interview ist geführt, der Text ist geschrieben, die Bildunterschrift eingebaut. Aber eines fehlt noch, bevor eine Seite online oder in den Druck gehen kann: das Korrekturat. Es gibt einige Emsnler, die dem sogenannten Lexi-Team angehören. Sie nehmen sich die Texte vor und finden Vertipper, Stilblüten, grammatikalische und inhaltliche Fehler. Dazu gehören unter anderem Alena und Kerstin.

Warum seid ihr im Lexi-Team?

Alena: Ich habe schon im Studium festgestellt, dass mir das Korrekturlesen Spaß macht. Ein Kommilitone hat mich mal herausgefordert: „Wenn du drei Fehler findest, drucke ich die Hausarbeit neu aus!“ Habe ich und musste er. Nach dem Studium habe ich mich selbstständig gemacht und einige Zeit ausschließlich Texte korrigiert.
Kerstin: Korrektur lesen und Lektorieren fällt mir leicht – es ist quasi ein Talent. Privat muss ich mich manchmal zum „Wegsehen“ zwingen: Was sich da so alles in Speisekarten, TV-Untertiteln oder Zeitschriften findet, ist erstaunlich. Manche können eben gut mit Zahlen und wir „Lexikanten“ mit Worten.

Was gefällt euch am Korrekturlesen?

Alena: Für mich hat das Scannen nach Fehlern etwas von einem Suchspiel. Wenn ich mal nichts finde, bin ich fast schon enttäuscht.
Kerstin: Ich finde eigentlich immer was … Es macht wirklich Spaß, Texte zu perfektionieren.
Alena: Eine gewisse Neigung zum Klugscheißen schadet zugegebenermaßen wohl auch nicht … Das Schönste ist aber: Man lernt etwas über die unterschiedlichsten Themen – die Bandbreite der zu lesenden Texte ist bei uns wirklich groß.

Worauf muss man beim Korrigieren achten?

Alena: Es gibt standardisierte Korrekturzeichen, zum Beispiel für einen zu großen Abstand zwischen Wörtern: Es sieht aus wie eine Mischung aus aufgespanntem Regenschirm und Pfeil nach oben. Manchmal schreiben wir aber auch einfach daneben, was nicht stimmt.
Kerstin: Dopplungen – gern mit dem Kürzel „DoMo“ (doppelt gemoppelt) versehen – sollten vermieden werden, die stören den Lesefluss. Idealerweise schreibe ich ein passendes Synonym direkt als Vorschlag dazu. Die Kollegen sollen möglichst wenig Arbeit damit haben, die Korrekturen umzusetzen. Einen Grün- statt des typischen Rotstifts zu benutzen, macht die Sache für den Urheber übrigens eine Spur erträglicher …
Alena: Wichtig ist, nicht nur auf die Sprache, sondern auch auf den Inhalt zu achten. Ist irgendetwas unlogisch oder unverständlich, wird das ebenfalls angemerkt. Zudem gilt es, zum Beispiel  „Schusterjungen“ und „Hurenkinder“ zu vermeiden: So bezeichnen alte Begriffe aus der Typografie Absätze, die mit einer einzelnen Zeile vor dem Seitenumbruch beginnen beziehungsweise mit einer einzelnen Zeile aufhören.

Welche Fehler macht ihr selbst beim Schreiben?

Kerstin: Im Tipp-Eifer kommen natürlich immer ein paar zustande – deshalb ist der objektive Feinschliff so wichtig.
Alena: Das ist das Gemeine: Für Fehler in eigenen Texten ist man meist betriebsblind. Aber dafür haben wir ja glücklicherweise die Kollegen aus dem Lexi-Team!

 


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